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Eine Antwort auf einen Leserbrief

Lieber Herr Dr. Herndl,

zuerst einmal unser Bedauern über die wenig konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema des Mountainbike Sports am Gaisberg, letztlich geht es hier offensichtlich auch um eine soziale Frage des Miteinanders verschiedener Nutzergruppen in der Natur und dafür braucht es Lösungen. In Österreich bezeichnen sich mittlerweile mehr Menschen als Mountainbiker, als sich Menschen als Fußballer bezeichnen. Fußballplätze wiederum, welche nebenbei gesagt etwa das Gleiche bis das Doppelte von der genannten Strecke kosten (https://www.sportstaettenrechner.de/.../was-kostet-ein.../), sind dann doch regelmäßiger im Raum Salzburg zu finden, als legale Mountainbike Strecken.

Demnach sind 400.000€, in Anbetracht der Kosten und der Nutzen für etliche 1000 Mountainbiker im Raum Salzburg, also durchaus als sehr effiziente Investition zu sehen! Dieses Ausmaß eine kleine “Minderheit” zu nennen ist somit absurd.

Die Strecke wird, ähnlich eines Wanderweges, unter Rücksicht auf alle relevanten naturschutzrechtlichen Anforderungen errichtet und bezüglich Unfällen ist festzuhalten, dass bspw. der deutsche Alpenverein innerhalb von 20 Jahren keinen einzigen Zusammenstoß zwischen Montainbikern und Wanderern erheben konnte (https://www.alpenverein.de/.../dav-bergunfallstatistik...). In Deutschland gilt übrigens, wie in beinahe allen Ländern Mitteleuropas, das Betretungsrecht für Wald und Berge auch für Mountainbiker, somit treffen die Nutzergruppen dort noch häufiger aufeinander als hierzulande. Nur in Österreich ist man mit einem Fahrrad explizit von der Benutzung der Waldwege ausgeschlossen und somit illegal unterwegs, sobald man die Asphaltstraßen verlässt.

Um kurz die Unfälle in Österreich zu vergleichen: Im 10 jährigen Mittel gibt es laut Statistik 540 Verletzte Mountainbiker pro Jahr. Diese stehen über 6000 verletzten Skifahrern und fast 2000 verletzten Wanderern gegenüber. Tote Mountainbiker gibt es 6 pro Jahr (klassischerweise Herzinfarkte), gegenüber 55 Skifahrern und 102 Wanderern. Im Gegensatz zu Mountainbikern sind Hunde übrigens am Gaisberg erlaubt und es gibt sogar weniger Hunde in Österreich (827.000) als Mountainbiker (laut Sportminister & Vizekanzler Kogler gibt es über 1 Mio Mountainbiker in Österreich). Jedoch gibt es wiederum 3900 Verletzte durch Hundebisse pro Jahr (davon 600 bis 800 Kinder) (https://www.ots.at/.../kfv-mehr-hundebisse-fuer-das-jahr...) Es liegt uns natürlich fern, die Einschränkung anderer Gruppen zu fordern, da wir meinen, dass Bedürfnissen von allen Nutzern am Berg Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, solange diese Verantwortungsvoll und schonend miteinander sowie mit der Natur umgehen. Wenn man aber unbedingt Unfallhäufigkeit und Verletzungsrisiko als Ausschlusskriterium argumentieren möchte, dann sollten man wirklich nicht bei den Mountainbikern damit beginnen...

Die allererste und somit bisher einzige legale Möglichkeit der Mountainbike Nutzung am Gaisberg als Unsinn zu bezeichnen, zeugt leider von einer unzureichenden Auseinandersetzung mit dem Thema “Gemeinschaftlichkeit” in der Natur. Wie auch mit der Sicht des Naturschutzes. Denn eine Kanalisierung auf dezidierte legale Wege erzeugt nachweislich eine Gewöhnung des Wildes und eine sorgfältige Auswahl, Adaption oder Errichtung dieser Wege verringert Erosionsschäden. Beachtet man zudem die Erreichbarkeit via Bike und öffentlichem Verkehr, wird auch der CO2 Ausstoß deutlich reduziert. Legale Angebote in Ballungsräumen sind somit eine effektive Natur- und Klimaschutzmaßnahme. Wie bieten uns gern für einen konstruktiven Austausch in der Sache an. Mit Ihnen und mit jedem anderen, solange man auf Basis von Fakten argumentiert.

Für freuen uns jedenfalls über das Engagement der Stadt Salzburg und wünschen eine freundliche gemeinsame Nutzung der Natur am Gaisberg!

Julian Wielens & Andreas Hörlsberger Mountainbike Salzburg - Der Verein

PS: Wir haben das Gerücht vernommen, dass auch die meisten anderen Nutzer am Berg verschwitzt auf Hütten anzutreffen sein sollen. Zumindest all jene die mit ihren Muskeln den Berg erklimmen und nicht oben aus einem SUV aussteigen (oder aus einem umweltfreundlichen 286PS Diesel BMW


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René Herndl (* 13. September1948 in München als Sohn von Albert Herndl und Ruth geb. Hebbel) ist ein Salzburger Journalist. {{René Herndl studierte in Salzburg Psychologie und Zoologie und dissertierte (Doktorvater Igor A. Caruso) mit Auszeichnung zum Thema "Konflikte zwischen Großgruppen als sozialpsychologisches Problem am Beispiel Araber - Israel". Herndl gilt als Experte für den Nahen Osten und für soziale Fragen. Von 1976 bis 1994 war er als Marketingleiter in der Hypo-Bank Salzburg tätig. }} Er war Redakteur einer österreichweit verbreiteten Apothekerzeitschrift (Rat & Tat - Gruppe), des Salzburger Fensters und ist zurzeit noch Redakteur der Salzburgerin. Die Themen seiner Artikel befassen sich hauptsächlich mit Außenpolitik, mit Technik (Auto), Gastronomie und sozialen Fragen. Quelle: https://www.sn.at/wiki/Ren%C3%A9_Herndl Interessantes Konfliktmanagement in Anbetracht des Themas der…

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